DRK-Brunsbüttel: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:GS1-E003_mit_Wohlfahrtshaus-2.jpg|thumb|350px|Wohlfahtshaus Gilbertstraße]] | [[Datei:GS1-E003_mit_Wohlfahrtshaus-2.jpg|thumb|350px|Wohlfahtshaus Gilbertstraße]] | ||
Um in diesen angesprochenen Notfällen noch mehr und besser helfen zu können, mußten weitere Einnahmequellen erschlossen werden. So wurde dann am nächsten Wohltätigkeitsfest eine Tom¬bola aufgebaut. In wochenlanger Arbeit fertigten geschickte Frauenhände zum Teil recht wertvolle Handarbeiten an. Diese und noch viele weitere schöne Dinge wurden für die Verlosung gestiftet. 4000 Lose à 20 Pfg. wurden an die Bevölkerung ver¬kauft. Einige Tage vor dem eigentlichen Wohltätigkeitsfest wurden alle Gewinne in einer öffentlichen Ausstellung in der „Kanalmündung“ gezeigt. Anschließend fand dann die Verlosung und auch die Ausgabe der Gewinne statt. Bis zu 1500 Mark an Überschuß wurde durch diese Veranstaltung erzielt. | Um in diesen angesprochenen Notfällen noch mehr und besser helfen zu können, mußten weitere Einnahmequellen erschlossen werden. So wurde dann am nächsten Wohltätigkeitsfest eine Tom¬bola aufgebaut. In wochenlanger Arbeit fertigten geschickte Frauenhände zum Teil recht wertvolle Handarbeiten an. Diese und noch viele weitere schöne Dinge wurden für die Verlosung gestiftet. 4000 Lose à 20 Pfg. wurden an die Bevölkerung ver¬kauft. Einige Tage vor dem eigentlichen Wohltätigkeitsfest wurden alle Gewinne in einer öffentlichen Ausstellung in der „Kanalmündung“ gezeigt. Anschließend fand dann die Verlosung und auch die Ausgabe der Gewinne statt. Bis zu 1500 Mark an Überschuß wurde durch diese Veranstaltung erzielt. Diese Einnahmen ermöglichten dem Vorstand die Einrichtung einer Schwesternstation im Wohlfahrtshaus in der Gilbertstraße, der heutigen Schleusenstraße. Für diese Station wurde die DRK-Vollschwester Elsbeth Kuhlmann verpflichtet und vom Frauenverein voll unterhalten. Wie wertvoll und notwendig die Einrichtung dieser Station für die Bevölkerung des Ortes war, zeigt der Tätigkeitsbericht für das erste Jahr auf: | ||
<br/>Es wurden 685 Krankenbesuche, 88 Haushaltsbetreuungen und 13 Nachtwachen durchgeführt. Zusätzlich verwaltete und verlieh die Schwester eine größere Anzahl von Krankenpflegegeräten, die vom Verein ebenfalls beschafft worden waren. Weiter | <br/>Es wurden 685 Krankenbesuche, 88 Haushaltsbetreuungen und 13 Nachtwachen durchgeführt. Zusätzlich verwaltete und verlieh die Schwester eine größere Anzahl von Krankenpflegegeräten, die vom Verein ebenfalls beschafft worden waren. Weiter leitete sie eine Näh- und Flickschule für Schulkinder von minderbemittelten Eltern. 94 Kinder nahmen im ersten Jahr an diesen kostenlosen Lehrgängen teil. | ||
<br/>Bis 1920 war Schwester Elsbeth Kuhlmann unermüdlich tätig. | <br/>Bis 1920 war Schwester Elsbeth Kuhlmann unermüdlich tätig. | ||
Geldentwertung und Geldmangel zwangen den Frauenverein dann zur Aufgabe dieser Station. Im Jahre 1923 gelang es dem Verein, erneut eine Schwester einzustellen. Es war dies die DRK-Schwester Christine Behrens aus St. Margarethen. Bis 1927 war sie für den Vaterländischen | Geldentwertung und Geldmangel zwangen den Frauenverein dann zur Aufgabe dieser Station. Im Jahre 1923 gelang es dem Verein, erneut eine Schwester einzustellen. Es war dies die DRK-Schwester Christine Behrens aus St. Margarethen. Bis 1927 war sie für den Vaterländischen Frauenverein tätig. Von dem Zeitpunkt an ging die gesamte Sozialarbeit auf den Staat über. Schwester Christine trat damit in die Dienste der Gemeinde Brunsbüttelkoog über. Als Gemeindeschwester war sie bis zu ihrem Tode, im Jahre 1942, tätig. | ||
Im Jahresbericht des „Vaterländischen Frauenvereins zu Brunsbüttel“ von 1909 wird u.a.eine Margarethenspende erwähnt, unter der sich wohl heute kaum noch jemand etwas vorstellen kann. | Im Jahresbericht des „Vaterländischen Frauenvereins zu Brunsbüttel“ von 1909 wird u.a.eine Margarethenspende erwähnt, unter der sich wohl heute kaum noch jemand etwas vorstellen kann. | ||
<br/>Die Geschichte dazu findet man im Internet unter https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethenschrank | <br/>Die Geschichte dazu findet man im Internet unter https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethenschrank | ||
Eine weitere und sehr segensreiche Tätigkeit des | Eine weitere und sehr segensreiche Tätigkeit des Frauenvereins war von Anfang an der „Barmherzige Suppentopf'“. Nach einem festgelegten Plan kochten die Mitglieder Mittagessen für in Not geratene Familien, Wöchnerinnen und Altgewordene, denen das Essen ins Haus gebracht wurde. | ||
<br/>Wie vielseitig und | <br/>Wie vielseitig und außerordentlich wertvoll die Sozialarbeit dieses Vereins war, mag abschließend ein Bericht aus dem Jahr 1908 aufzeigen: | ||
... Der Vorstand hat 344 Mitglieder. Einnahmen 2809 Mark, | ... Der Vorstand hat 344 Mitglieder. Einnahmen 2809 Mark, Ausgaben 2301 Mark. Verausgabt für die Schwesternstation 1142 Mark. Für Konfirmandenunterstützungen 1494 Mark. Weihnachtsunterstützungen 186 Mark und 39 Ztr. Kohlen. Verschiedene Unterstützungen 1598 Mark. 63 Ztr. Kohlen, 1461 ltr. Milch, 265 Mittagsportionen sind an schwächliche Kinder und kranke Erwachsene verausgabt worden. Die Schwester hat 2000 Besuche gemacht, sowie 96 Hausarbeiten und 51 Nachtwachen. 58 Pflegeartikel wurden ausgeliehen. Ein Mädchen kam 4 Wochen in ein Erholungsheim in Oldesloe, ein Knabe in. das Anscharkrankenhaus auf Vereinskosten. Die Nähschule wurde von 52 Kindern besucht. | ||
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[[Ankunft_der_Internierten_in_Brunsbüttelkoog]] | [[Ankunft_der_Internierten_in_Brunsbüttelkoog]] | ||
Die politische Neuordnung in Deutschland nach 1933 brachte dem Deutschen Volk eine Diktatur, die sehr bald auch auf alle Vereine und Verbände übertragen | Die politische Neuordnung in Deutschland nach 1933 brachte dem Deutschen Volk eine Diktatur, die sehr bald auch auf alle Vereine und Verbände übertragen wurde, sie zum Teil auflöste oder neu formte. Ebenfalls ein Opfer dieser Neuordnung wurde der Vaterländische Frauenverein. Am 9. Au¬gust 1935, nach 34-jährigem Bestehen, wurde diese Vereinigung aufgelöst. Alle sozialen Aufgabengebiete wurden von der N.S.-Volksfürsorge übernommen. | ||
Neu war nun die Ausbildung von Samariterinnen, die nach | Neu war nun die Ausbildung von Samariterinnen, die nach bestandener Prüfung und feierlicher Verpflichtung eine weib¬liche Sanitätseinheit bildete. 36 Frauen und junge Mädchen traten am 19.November 1936 im „Hotel zur Post“ dieser Einheit bei. | ||
=== Männer-Zweigverein vom Roten Kreuz für den Gemeindebezirk Brunsbüttelkoog === | === Männer-Zweigverein vom Roten Kreuz für den Gemeindebezirk Brunsbüttelkoog === | ||
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„Die Sanitätskolonne hat sich in Kriegszeiten dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. In Friedenszeiten stellt sie ihre Hilfe bei Unglücksfällen, wie Feuer- und Wassersnot, bei Eisenbahn- und anderen - Unfällen und Seuchen zur Verfügung. Sie übernimmt namentlich auch den Transport zu den Krankenhäusern oder den Stellen, wo ärztliche Hülfe zu haben ist“ | „Die Sanitätskolonne hat sich in Kriegszeiten dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. In Friedenszeiten stellt sie ihre Hilfe bei Unglücksfällen, wie Feuer- und Wassersnot, bei Eisenbahn- und anderen - Unfällen und Seuchen zur Verfügung. Sie übernimmt namentlich auch den Transport zu den Krankenhäusern oder den Stellen, wo ärztliche Hülfe zu haben ist“ | ||
Dieser letzte Satz spricht den | Dieser letzte Satz spricht den Krankentransport an. Eine Tätigkeit, die den Männern vorbehalten bleiben mußte, da sie schwere, körperliche Arbeit für die Helfer bedeutete. Angefangen hat der Krankentransport hier im Ort schon mit der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals im Jahre 1895. Zur Ausrüstung dieser Wasserstrasse gehörte ein Handtransportkarren. | ||
Mit diesem wurden durch Angehörige des Wasserstrassenamtes Verunglückte oder schwerkranke Seeleute vom Schleusen-und Hafengelände in das Krankenhaus in Brunsbüttel-Ort, oder mit der Bahn auch in die nächsten größeren Städte gebracht. | Mit diesem wurden durch Angehörige des Wasserstrassenamtes Verunglückte oder schwerkranke Seeleute vom Schleusen-und Hafengelände in das Krankenhaus in Brunsbüttel-Ort, oder mit der Bahn auch in die nächsten größeren Städte gebracht. | ||
Diese Transporte übernahm nach ihrer Gründung sogleich die | Diese Transporte übernahm nach ihrer Gründung sogleich die Sanitätskolonne. Ein alter Handkarren des Wasserstrassenamtes wur¬de im Jahre 1912 durch den Kauf einer verbesserten Ausführung aus eigenen Mitteln ersetzt. | ||
Das Krankenhaus im Mühlenweg wurde 1890 fertiggestellt und ist heute ein Wohnhaus. | Das Krankenhaus im Mühlenweg wurde 1890 fertiggestellt und ist heute ein Wohnhaus. | ||
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Das Krankenhaus Brunsbüttelkoog in der Delbrückstraße, am 1.4.1910 mit 40 Betten für Chirurgie und Innere Abteilung eröffnet, wurde während des 1. Weltkrieges als Festungslazarett geführt. Die erforderlichen Hebammen für den Betrieb stellte der Vaterländische Frauenverein. | Das Krankenhaus Brunsbüttelkoog in der Delbrückstraße, am 1.4.1910 mit 40 Betten für Chirurgie und Innere Abteilung eröffnet, wurde während des 1. Weltkrieges als Festungslazarett geführt. Die erforderlichen Hebammen für den Betrieb stellte der Vaterländische Frauenverein. | ||
[[Krankenhaus_Brunsbüttel]] | <br/>[[Krankenhaus_Brunsbüttel]] | ||
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Die zunehmende Mechanisierung innerhalb der Gesamtwirtschaft, sowie die Motorisierung der Straßenfahrzeuge ließen bald einen Teufelskreis entstehen; die Unfallziffern erreichten beängstigende Zahlen. Der Vereinsvorstand unter der Führung von Baurat Sohn erkannte sehr wohl die sich daraus für sie ergebenden Konsequenzen. Für 9500 Mark wurde ein | Die zunehmende Mechanisierung innerhalb der Gesamtwirtschaft, sowie die Motorisierung der Straßenfahrzeuge ließen bald einen Teufelskreis entstehen; die Unfallziffern erreichten beängstigende Zahlen. Der Vereinsvorstand unter der Führung von Baurat Sohn erkannte sehr wohl die sich daraus für sie ergebenden Konsequenzen. Für 9500 Mark wurde ein Krankenkraftwagen beschafft. Am 25.September 1927 wurde das Fahrzeug in einer kleinen Feierstunde den Männern der Sanitätskolonne übergeben. Es war zugleich der erste Krankenkraftwagen im Raum Dithmarschen und sicher ein würdiges, selbst gegebenes Jubiläumsgeschenk zum 25-jährigen Bestehen dieser Hilfsvereinigung im gleichen Jahr. Viel Kummer hat dem Verein der Betrieb dieses Wagens in den nächsten sieben Jahren gemacht. Schuldendienst und ein hauptamtlich angestellter Fahrer waren die Ursache. 1934 zwang ein Unfall mit Totalschaden zum Kauf eines neuen Wagens. Diesmal war es ein zu einem modernen Krankenwagen umgebauter, schwerer Personenwagen. Mit Jahresanfang 1934 mußte aber auch der hauptamtliche Krankenwagenfahrer entlassen werden. Alle Krankentransporte wurden in den folgenden Jahren ehrenamtlich von den Mitgliedern der Sanitätskolonne durchgeführt. | ||
== DRK-Brunsbüttel in der Zeit des 2. Weltkrieges == | == DRK-Brunsbüttel in der Zeit des 2. Weltkrieges == | ||
Version vom 9. Juli 2026, 18:41 Uhr
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Uwe Möller, Tel. 04852 2189, mail: Gabuwe@t-online.de
An dieser Stelle einen besonders herzlichen Dank an Frau Hoff vom Stadtarchiv und weiterhin einen Dank
an Max Kann, Dieter Ausborm, Uwe Borchers, Helga Jungklaus, Rainer Förtsch, Antje Tigchelaar, Familie Gleimius, Peter Umland, Rainer Förtsch, Ute Packmohr, Uwe Brümmerstedt, Walter Schulz, Karin Süfke und dem Wikipedia für Daten, Unterlagen, Postkarten, Fotos, Zeitungsartikel und sonstige Unterstützung.
an die Initiative Brunsbüttel-Süd (https://www.brunsbuettel-sued.de/die-ibs/), die mit viel Aufwand sämtliche Fotos des Fotografen Paul Ausborm gescannt hat,
Die Geschichte des Roten Kreuzes
Textquelle:Wikipedia
Die Geschichte des Roten Kreuzes begann im Juni 1859 auf den Schlachtfeldern von Solferino – die Armeen Frankreichs und Italiens auf der einen und Österreichs auf der anderen Seite. Der junge schweizerische Kaufmann Henry Dunant war entsetzt, dass Tausende verwundete Soldaten auf den Schlachtfeldern zurückgelassen wurden. Sofort organisierte er mit provisorischen Mitteln Hilfsaktionen, um den Verletzten auf beiden Seiten zu helfen.
Wenig später schrieb er seine "Erinnerungen an Solferino". Das Buch schickte er an einflussreiche Persönlichkeiten in ganz Europa. Sein Appell für eine bessere Versorgung und neutralen Schutz von Verwundeten in bewaffneten Konflikten traf auf breite Zustimmung. 1863 gründete Dunant mit vier Gleichgesinnten in Genf das "Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege" (später Internationales Komitee vom Roten Kreuz - IKRK). Im selben Jahr entsandten 16 europäische Länder Delegierte zu einer Konferenz des Genfer Komitees. Alle Beteiligten stimmten zu, dass in Friedenszeiten freiwillige Helfer ausgebildet werden sollten. Auch der Neutralitätsgedanke fand die Akzeptanz der Delegierten.
Diese erste Internationale Konferenz des Genfer Komitees kann als Geburtsstunde des Roten Kreuzes bezeichnet werden. Das rote Kreuz auf weißem Grund wurde als Schutzzeichen ausgewählt. Später folgte die Ergänzung durch den roten Halbmond. Leitlinien der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sind die sieben Grundsätze:
Die Genfer Konvention wurde am 22. August 1864 von 12 europäischen Staaten unterzeichnet.
Sie gelten als einheitliche Norm für alle Mitglieder. Die sieben Grundsätze bringen das wichtigste Ziel der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zum Ausdruck:
Menschliches Leid unterschiedslos verhindern und lindern und die menschliche Würde schützen.
Mit 181 nationalen Gesellschaften ist die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die weltweit größte humanitäre Organisation.
Provinzial-Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger in Schleswig Holstein
In Schleswig-Holstein wurde am 26. November 1868 in Kiel ein "Provinzial-Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger" gegründet. Die Statuten dieses Vereins, die zugleich bindend für alle „Localvereine“ waren, sprechen die Aufgaben dieser Vereine an:
§1) Die nächste Aufgabe des Provinzial-Vereins ist demnach
1. in Kriegszeiten im Anschluß an die könig¬liche militairische Lazareth- und Hospital-Verwaltung bei der Heilung und Pflege der im Felde verwundeten und erkrankten Krieger mitzuwirken. 2. in Friedenszeiten die dazu geeigneten Vorbereitungen zu treffen.
Außerdem behält sich der Provinzial-Verein vor: 3. die der Provinz Schleswig-Holstein angehörigen, durch den Krieg invalide gewordenen und der Hülfe bedürftigen Soldaten, imgleichen die Hinterlassenen der Gebliebenen nach Maßgabe seiner Kräfte zu unterstützen.
§2) Die Local-Vereine der Provinz Schleswig-Holstein sind Glieder des Provinzial-Vereins und stehen mit dem Central-Komitee in Berlin nur durch Vermittlung des Provinzial-Vereins in Verbindung. Ihre Statuten dürfen keine Bestimmungen enthalten, welche mit dem allgemeinen und dem Provinzial-Statut in Widerspruch stehen.“
Ein Exemplar der Urfassung dieser Statuten des damaligen preußischen Hauptvereins in Berlin vom 3. April 1866 befindet sich in den Akten des DRK-Ortsvereins Brunsbüttelkoog.
In der Generalversammlung am 13. Dezember 1891 wurde ein Schreiben des Vorsitzenden des "Provinzial-Komitees des Provinzialvereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger" vom 8. November 1891 verlesen. In diesem Schreiben wird die Zusammenlegung mehrerer Zweigvereine zu einer "Vereinsgruppe X = Meldorf" empfohlen. Gleichzeitig waren ein Obmann und ein Stellvertreter für diese Gruppe vorzuschlagen. Von der Versammlung wurden genannt als Obmann: Professor Dr. Chalibäus, Meldorf, als Stellvertreter Landrat Traunstädter, Heide.
Ziel dieser Vereinsgruppe sollte es sein, für den Kriegsfall ein Vereinslazarett zu erstellen und auch zu unterhalten. Die Gründung dieser Vereinsgruppe erfolgte dann im Herbst 1892. Außer dem Brunsbütteler Verein gehörten die Vereine Albersdorf, Barlt, Burg/-Dithm., Eddelak, Friedrich = VII. = Koog, Hademarschen, Heide, Hemmingstedt, Marne, Meldorf, Nordhastedt, Schenefeld, Süderhastedt, Wacken, Wöhrden sowie der Kreisverein Eiderstedt dieser Vereinsgruppe als Mitglieder an. Diese Aktennotizen in dem alten Protokollbuch des Brunsbütteler Vereins waren die ersten bekannten Hinweise auf die Vorläufer des heutigen DRK-Kreisverbandes Süderdithmarschen.
Erste Rotkreuzbestrebungen in Brunsbüttel
Textquelle: Das Rote Kreuz im Kirchspiel Brunsbüttel, Max Kann
Die Erhebung Schleswigs und Holsteins gegen Dänemark löste erste Hilfeleistungen im Sinne des Roten Kreuzes im Kirchspiel Brunsbüttel aus.
Schon im Jahre l866 fanden sich im Kirchspiel Brunsbüttel Menschen, die den Versuch unternahmen, im damals Preußisch-Österreichischen Kriege den Verwundeten und Kranken zu helfen. Ein Hinweis auf diese tätige Nächstenhilfe findet sich im 4. Jahrgang 1869 der ersten Zeitschrift des Roten Kreuzes "Kriegerheil".
In einem Gesamtbericht über die Hilfeleistungen während dieses Krieges heißt es:
"Die freiwilligen Bestrebungen in der Landvogtei Süder-Dithmarschen gingen von einem unter Leitung des Landvogtes, Etatsraths Müllenhoff, in Meldorf gebildeten Hilfs-Vereine aus, welcher die ihm zur Verfügung gestellten Geldmittel im Betrage von 450 Mark = 180 Thaler nebst diversen Colli Lazareth-Gegenständen und einem in Hamburg abgekauften 1/1 Oxhoft Rothwein an das Central-Comitee in Berlin sandte. Die in dem Kirchspiel Albersdorf bei dem Kirchspielvogt Westedt eingegangenen 93 Thlr. und diversen Lazareth-Gegenständen und die in dem Kirchspiel Süderhastedt von dem Pastor Güntzel gesammelten 256 Mark 6 1/2 Schilling nebst denen, die in Hemmingstedt zusammengebracht worden waren, wurden dem Central-Comitee, die im Kirchspiel Brunsbüttel gesammelten 70 Mark aber dem König-Wilhelm-Verein in Berlin überwiesen."
Es ist nicht erwiesen, aber sehr wohl anzunehmen, daß die Organisatoren dieser Sammlung in dem gleichen Kreis von Männern zu suchen waren, die vier Jahre später bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Jahre I870 einen "Localverein vom Roten Kreuz zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger" im Kirchspiel Brunsbüttel gründeten. Zugleich bildeten sich im Raume Dithmarschen weitere 14 Vereine dieser Art. Alle Vereine haben sich während der Kriegszeit durch Lieferung von Lazarettausrüstungen, Bekleidung und Liebesgaben an das DRK-Zentraldepot in Kiel im Sinne der Humanität verdient gemacht. Hinweise auf den Brunsbütteler Verein wie auch auf die übrigen Vereine finden sich in einem Bericht, der nach Kriegsende 1871 in der Kieler Druckerei von C.F. Mohr erstellt wurde. Dies ist der einzige, bekannte Hinweis auf die Erstgründung eines Vereins vom Roten Kreuz in Brunsbüttel-Ort.
Die Geschichte des Roten Kreuzes in Brunsbüttel-Ort
Nach dem Krieg 1870/71 versiegten Urkunden und Akten des „Localvereins vom Roten Kreuz zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“.1890 erfolgte in einer Generalversammlung eine offizielle Neugründung (Brunsbüttelkooger Zeitung von 1970).
Der Artikel aus der Kanal-Zeitung vom 22. Oktober 1890 weist darauf hin:
„Generalversammlung des im Umfange des Amtsbezirks Brunsbüttel gebildeten Local-Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger am Mittwoch, den 22. Oktober 1890 nachmittags um 4 Uhr im Lokal des Gastwirts J.A. Ploog in Brunsbüttel, zu welcher sämtliche Mitglieder hierdurch eingeladen werden. Tagesordnung:
- Entwurf eines Statuts,
- Wahl eines Vorstandes.
Brunsbüttel den 17. Oktober 1890. Vollmacht Pflueg - Vollmacht Feil“
Textquelle: Die Geschichte des Roten Kreuzes im Kirchspielsort Brunsbüttel 1870 – 1890 – 1919, Max Kann
Der in der Anzeige angegebene Gastwirt J.A, Ploog war der Besitzer des Hotels "Zur Traube".
Wer waren die beiden Männer, welche die Zeitungsanzeige mit ihrem Namen unterschrieben?
1. Landesgevollmächtigter Nicolaus Moritz Pflueg, Hofbesitzer in Brunsbüttel, geboren 1.10.18l5, gestorben 23.7.1892.
Er wurde kurz mit Vollmacht Pflueg angesprochen, so wie er auch die Anzeige unterschrieb, und wohnte in dem Pfluegschen Gewese in Brunsbüttel, Am Markt 15. In einem Nachruf wird er als ein recht eigenwilliger Mann bezeichnet, der eine Reihe öffentlicher Ämter bekleidete.
(Läden_in_Brunsbüttel-Markt#Markt_15)
2. Landesgevollmächtigter Barthold Christian Feil, Hofbesitzer in Brunsbüttelkoog und 1. Koogsvorsteher des Brunsbüttel-Eddelaker-Kooges, geboren 14.11.1827, gestorben 10.10.1902. Im Jahre 1852 erbaute er im Brunsbüttel-Eddelaker-Koog an der Landstraße nach Itzehoe, jetzt Fährstraße 179, einen Hof.
Heute würde man diese Männer mit Kreistagsabgeordnete und Kirchspielsvertreter ansprechen.
(Die_Bürgermeister_Brunsbüttels#Nr.1_.E2.80.93_Barthold_Christian_Feil_28.03.1866_.E2.80.93_01.04.1899)
Diese Neugründung eines Ortsvereins des Roten Kreuzes in Brunsbüttel scheint kurz vor dem angegebenen l7. Oktober in loser Form erfolgt zu sein. Als der wirkliche Gründungstag ist der 22. Oktober 1890 anzusehen. Zehn bekannte Männer waren der Einladung gefolgt. Sie wählten aus ihrer Mitte heraus den Vereinsvorstand, der dann folgendermaßen aussah:
- Vorsitzender: Amtsvorsteher Otto Christian Brütt,
- Stellvertreter: Hofbesitzer Johann Hinrich Schmielau, Westerbelmhusen,
- Schatzmeister: Ortsvorsteher Hofbesitzer Hinrich Piehl, Brunsbüttel,
- Stellvertreter: Landesgevollmächtlgter Nicolaus Moritz Pflueg, Brunsbüttel,
- Schriftführer: Landesgevollmächtigter Barthold Christian Feil, Brbkoog
Beisitzer:
- Hofbesitzer Friedrich Pflueg, Nordhusen,
- Hofbesitzer Ferd. Thiessen, Nordorf,
- Hofbesitzer Jakob Meinert, Ostermoor,
- Rentner Heinrich Schoof, Brunsbüttelhafen
Wie war man nun zu dieser Fassung des Vereinsnamens gekom¬men, der da sprach von einer „Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“ ? Kaum einer dieser Männer dürfte imstande gewesen sein, eine fachgerechte Krankenpflege durchzuführen. Gedacht war auch nicht an eine "Erstpflege und -betreuung" von Kriegern, sondern mehr an eine "Nachbetreuung" dieser Männer in Kriegs- wie auch in Nachkriegszeiten. Aufgabe des Vereins sollte es sein, in Kriegszeiten genesende Krieger für eine gewisse Zeit kostenlos in den Familien der Mitglieder unterzubringen. Außerdem waren in Notzeiten Geld- und Sachspendensammlungen durchzuführen. In Nachkriegszeiten sollten dann „Kriegsversehrte und Hinterbliebene“ - so würde man heute sagen - weiter betreut und unterstützt werden. Wohl die gesamte soziale Betreuung der Kriegsversehrten, wie auch der Armen und Bedürftigen in der damaligen Zeit, oblag zivilen Vereinen oder gar einzelnen Familien und Bürgern.
In der Generalversammlung vom 6. März 1898 kam es dann zu einer nochmaligen Namensänderung. Auf Ersuchen des Vorsitzenden des Preußischen Landes-Vereins wurde der Vereinsname geändert in "Zweigverein vom Rothen Kreuz im Amtsbezirk Brunsbüttel“.
Die Namensänderung erfolgte, damit in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck entstand, es gäbe für die Organisation "Rotes Kreuz" nur diese eine, besonders auf den Krieg und seine Folgen, ausgerichtete Aufgabe. Die Betreuung der bedürftigen und kranken Mitbürger war derzeit Aufgabe der Frauenvereine, den Männervereinen oblagen Aufgabengebiete wie die Bildung von Sanitätskolonnen, die Durchführung von Krankentransporten und die Ersthilfe bei Unglücksfällen.
Die Vereinsarbeit wurde empfindlich gestört durch zwei Vereinsneugründungen in dem Nachbargemeindebezirk Brunsbüttel-Eddelaker-Koog. Es waren dies der Vaterländische Frauenverein vom Rothen Kreuz von 190l und der Männer-Zweigverein vom Rothen Kreuz von 1902.
Am 13. Juli 1902 wurde von dem derzeitigen 1. Vorsitzenden des Brunsbütteler Vereins, Amtsvorsteher O.C. Brütt, eine außerordentliche Versammlung einberufen; vier Mitglieder waren erschienen. Das Protokoll berichtet darüber wie folgt:
Zur Verhandlung stand eine Anfrage des Obmannes der Vereinsgruppe Meldorf vom Rothen Kreuz bezüglich Stellungnahme des hiesigen Vereins zu dem in Brunsbüttelkoog neu gegründeten Zweigvereins vom Rothen Kreuz. Beschlossen wurde, die Anfrage dahin zu beantworten, daß dem vom Bauinspektor Gilbert ohne jegliche Vorbesprechung mit dem Vorstand des alten Vereins ins Leben gerufenen Verein und namentlich der in Brunsbüttelkoog gebildeten, durchweg aus Kanalangestellten zusammengesetzten Sanitätskolonne, die im Kriegsfalle wegen Mangel an Mitgliedern völlig versagen müßte, dieserseits nicht zugestimmt werden kann.
gez. S. Haacke - Schnack - F.Feil.
Der im Protokoll angeführte Satz „ohne jede Vorbesprechung mit dem alten Verein“ entsprach wohl den Tatsachen. Am Gründungstag des neuen Männer-Vereins im Brunsbüttel-Eddelaker-Koog, am l0. April 1902, erhielt der Vorsitzende des Brunsbütteler Vereins folgenden Brief:
An den Vorsitzenden des Vereins vom Rothen Kreuz für Brunsbüttel,
Herrn Amtsvorsteher Brütt,
Wohlgeboren in Brunsbüttel.
Brunsbüttel, den l0. April 1902.
Euer Wohlgeboren theile ich ergebenst mit, daß sich etwa 81 Personen des Gemeindebezirks Brunsbüttel-Eddelaker-Koog zusammengethan haben, um mit Genehmigung des Herrn Königlichen Landrathes für diesen Gemeindebezirk einen Zweigverein des Vereins vom „Rothen Kreuz“ zu gründen. Wir hoffen, daß die beiden Vereine regen Verkehr miteinander unterhalten und die Zwecke des Rothen Kreuzes fördern werden. Wir bitten Sie um Ihre gütige Unterstützung.
I.A. Gilbert
Kaiserlicher Kanalbauinspektor.
Eine Beantwortung des Briefes schien nicht erfolgt zu sein. Zur Entlastung der Vorstände der beiden Ortsvereine in Brunsbüttel-Eddelaker-Koog über die eigenwilligen, wenn auch sicher berechtigten, Vereinsneugründungen und die versäumten, vorherigen Absprachen mit dem alten Verein in Brunsbüttel sei folgendes gesagt. Dem ersten Angebot vom l0. April 1902 zur Zusammenarbeit der Vereine folgte am 6. Februar 1903 ein weiteres, das diesmal an das Vorstandsmitglied des Brunsbütteler Vereins, Dr. med,. Haacke (Emil-Doktor_und_das_Doktorhaus) gerichtet war. Der Inhalt des Briefes wie auch die Antwort des Angeschriebenen folgen im Wortlaut:
Brunsbüttelkoog, 6.2.03
An den Herrn Dr. med. Haacke,
Hochwohlgeboren - Brunsbüttel.
Der Zweigverein vom Rothen Kreuz für den Gemeindebezirk Brunsbüttel-Eddelaker-Koog hat einen Bericht darüber zu erstellen, was er zur Vorbereitung seiner Thätigkeit für den Kriegsfall vorzunehmen gedenkt. Der Vorstand beab¬sichtigt, diese Thätigkeit gemeinsam mit dem Vaterländischen Frauenverein, Zweigverein Brunsbüttel-Eddelaker-Koog, vorzubereiten, und erlaubt sich die ganz ergebenste Anfrage, ob Euer Hochwohlgeboren geneigt wären, dem Zweigverein auch in dieser Angelegenheit mit Rath und That zur Seite zu stehen. Zur Besprechung soll am Sonntag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, eine gemeinschaftliche Sitzung im Vereinslokal "Hotel zur Kanalmündung" stattfinden, an der theil zu nehmen Euer Hochwohlgeboren wir ergebenst bitten. Für eine gef. Mittheilung dankt im Voraus
der Vorsitzende des Vorstandes.
Gilbert. Kaiserlicher Kanalbauinspektor.
Brunsbüttel, d. 7. Februar 03.
Sehr geehrter Herr Bauinspektor!
Leider kann ich Ihrer freundlichen Aufforderung zu morgen abend nicht Folge leisten. Praxis und Influenza nehmen mich vollständig in Beschlag. Wenn Sie Drucksachen haben, durch die ich mich informieren kann, will ich mich theoretisch nach besten Kräften auf die Sache vorbereiten.
Mit vorzüglicher Hochachtung
ergebenst S. Haacke.“
Auf eine weitere Einladung an den gleichen Mann zur Teilnahme an der ersten Generalversammlung des neuen Orts-Männervereins in Brunsbüttel-Eddelaker-Koog am 22. März 1903 erfolgte ebenfalls eine kurze Absage. Diese beiden letzten Einladungen an den Arzt Dr. med. Haacke erfolgten sicher mit bestimmten Absichten. Der Männerverein suchte für seine neugegründete Sanitätskolonne einen ärztlichen Ausbilder. Obwohl es im damaligen Ortsteil Brunsbüttelhafen schon den Arzt Dr. Lüsing gab, versuchte man Dr. Haacke zu gewinnen. Der jedoch lehnte mit Hinweis auf seinen Kollegen in der Nachbargemeinde ab.
Von diesem Zeitpunkt an wurden Jahresversammlungen im Ortsverein Brunsbüttel nur noch unregelmäßig und in längeren Zeiträumen abgehalten. Der Tiefpunkt in der Vereinsarbeit wurde im Frühjahr 1914 erreicht. Seit sechs Jahren hatte es keine Zusammenkünfte mehr gegeben. Zu der am 15. März 1914 einberufenen Generalversammlung waren 3 Mitglieder erschienen.
Zu Punkt 2 heißt es im Protokoll:
Verhandelt Brunsbüttel, 15. März
"Ordentliche Generalversammlung des Lokalvereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger im Amtsbezirk Brunsbüttel. Zu der gemäß § 9 des Vereinsstatuts auf heute ordnungs¬mäßig berufenen Generalversammlung haben sich 3 Mitglieder eingefunden. Zur Verhandlung steht 1. Rechnungslage 2. Vorstandswahl.
Zu 1 wurden vom Rechnungsführer die Vereinsrechnungen für 1908 - 1913 vorgelegt. Dieselben wurden geprüft und für richtig befunden. Die Einnahme für 1913 beträgt 541 M 65 Pf. Dem Rechnungsführer wurde Entlastung erteilt.
Zu 2: Die den Vorstand bildenden Vorsitzenden Fr. Wümpelmann, Schatzmeister Jürgensen, stellv. Vorsitzender Erichson, Schriftführer Schnack beabsichtigen, da für die Versammlungen von den Mitgliedern kein Interesse gezeigt wird, das Vorstandsamt niederzulegen. Für diese Vorstandsmitglieder und für die verstorbenen Vorstandsmitglieder Chr. Glasen und Jakob Meinert ist Ersatz zu wählen.
Zum Vorsitzenden wurde gewählt: Dr. Haacke,
zum stellv, Vorsitzenden wurde gewählt: H, Piehl,
zum Schatzmeister wurde gewählt: Kfm„ Peter Peters,
zum Schriftführer wurde gewählt: Heinr. Koch,
für Chr. Glasen wurde gewählt: Aug. Scharp,
für Jakob Meinert wurde gewählt: Bäcker Wittmack;
als Ersatzmann für Dr. Haacke wurde gewählt Heinr. Schröder, sodaß z.Zt. der Vorstand aus den vorstehend genannten Personen und Hermann Siemen sowie Ferdinand Thiessen besteht.
Da weiteres nicht vorlag, wurde die Versammlung geschlossen.
Wümpelmann Jürgensen Schnack."
Einige der in Abwesenheit neu in den Vorstand gewählten Mitglieder lehnten das ihnen zuge-dachte Amt ab. Den Vorsitz des Vereins übernahm dann 10 Tage später, am 25. März, der Kaufmann Heinrich Schröder.
Nach Erzählungen alter Brunsbütteler Bürger ist die Auslö¬sung dieser Krise aber nicht nur auf die Neugründungen der Vereine im Nachbarort zurückzuführen. Das Fehlen irgendwelcher ziviler Aufgaben mag mit zu dieser Ermüdungserscheinung bei¬getragen haben. Für die Durchführung von Sonderaufgaben hätte es aber einer Sanitätskolonne bedurft.
Die Betreuung der Armen und Hilfsbedürftigen in der Kirchspielslandge¬meinde Brunsbüttel wurde, das sei zur Abrundung noch erwähnt von einem „Frauenverein Brunsbüttel“ durchgeführt. Er stand unter der Leitung des Pastors Eggerstedt.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges am 1. August 1914 belebte augenblicklich und in starkem Maße die Vereinsarbeit. Schon für den 9. August wurde eine Versammlung einberufen. Auf ihr wurde beschlossen, einen Aufruf an die Bevölkerung zu richten mit der Bitte um freiwillige Spenden für die Krankenpflege. Folgende Annahmestellen wurden festgelegt:
J. Twisselmann-Mühlenstraßen, L. Schmielau-Westerbelmhusen, A. Siemen-Osterbelmhusen, H. Siemen-Ostermoor, H. Schröder, P. Peters, H. Koch-Brunsbüttel.
Aufruf für Beitritte und Spenden für die Krankenpflege sollten in der Kanalzeitung veröffentlicht werden. In der nächsten Versammlung, am 25. September, war über die Ausrüstung des neugebildeten "Freiwilligen Krankenträgerkorps" mit Tragen, Laternen usw. zu beschließen. Die Bestrebungen zur Bildung einer Krankenträgerkolonne gleich zu Beginn des Krieges gingen von dem Lehrer an der Schule Brunsbüttel, Bruno Wendt, aus. Er hatte während seiner Ausbildung am Lehrerseminar in Eckernförde im Jahre 1909 mit gutem Erfolg an einem Kursus in der Verwundetenpflege teilgenommen. Vom 6. Juli 1910 an war er Mitglied der „Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege vom Roten Kreuz.“
Er brachte somit die fachlichen Voraussetzungen für seine Stellung als Kolonnenführer mit. Als Mitglieder meldeten sich folgende 14 Männer aus Brunsbüttel:
Sieben von ihnen unterstanden einem Wehrdienstverhältnis. Für diese mußte zuerst eine Freistellung vom Wehrdienst beantragt werde. Weiter mußte an die Beschaffung der Bekleidung, der Ausrüstung sowie der Ausweise und der mit einem Sonderstempel versehenen Rot-Kreuz-Armbinde gedacht werden.
Der Einsatz der Kolonne war vorgesehen für den Festungs¬bereich Brunsbüttel-Brunsbüttel-koog. Gedacht war an den Verwundetentransport von der Batterie Zweidorf bzw. von Lazarettschiffen in das Marine-Lazarett Brunsbüttelkoog-Süd im Gasthof "Saturn". Die Batterie Zweidorf mit 3 Geschützen stand einmal dort, wo sich jetzt die Anlegebrücke der Elbfähre befindet.
Das Gasthaus "Saturn" war benannt nach der als Lieferant für den Kanal-Erweiterungsbau errichteten Zementfabrik "Saturn" .
Dithmarscher_Hof_Brunsbüttelkoog#Gasthaus_Saturn
Das Gasthaus wurde später umbenannt in "Dithmarscher Hof" und lag an der Ecke Frischstraße - Annastraße. Die Zementfabrik wurde 1917 von den Chemischen Werken Kunheim (später Kali-Chemie-AG) übernommen.
Die Sanitätskolonne unterstand dem Stationsdelegierten für den Bezirk des Gouvernements des "Reichskriegshafens Kiel und des Kaiser-Wilhelm-Kanals in Kiel-Seebadeanstalt". Es zeichnete dafür seine Exzellenz Großadmiral von Koester.
Für die Bekleidung und Ausrüstung wurde bei dem Vorsitzenden des Komitees des Provinzial-Vereins vom Roten Kreuz in Schleswig ein Antrag auf Unterstützung gestellt. Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen fand dann die Gründungsversammlung statt.
Im Gründungsprotokoll heißt es:
"Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz.
Gründungssitzung am 5. Oktober 1914- in Jürgensens Hotel, abends 7 1/2 Uhr. Anwesend 14 Mitglieder und der Vorstand des Zweigvereins vom Roten Kreuz.
Tagesordnung:
1. Vorstandswahl,
2. Statutenberatung,
3. Besprechung betr. Anschaffung der Ausrüstung,
4. Sonstiges.
Zu 1. Als Kolonnenführer wird Lehrer Bruno Wendt, als stellvertretender Kolonnenführer Malermeister Carl Peters, als Schriftführer und Kassenführer Mühlenbauer Hermann Schmidt, als Zeugverwalter Oekonom Karl Steffens, als Beisitzer Kaufmann Heinrich Schröder und Kaufmann Heinrich Koch, sämtlich aus Brunsbüttel (Ort) gewählt.
Zu 2. Das Statut ist in vorliegender Fassung einstimmig angenommen.
Zu 3. Der Punkt ist von der Tagesordnung abgesetzt.
Zu 4. Als Kolonnenarzt ist Sanitätsrat Herr Dr. Haacke, hier selbst, gewählt.
V. g. u.
Bruno Wendt - Heinrich Schröder - Peter Peters."
Mitte Dezember 1914 trafen dann aus dem "Central-Depot vom Roten Kreuz in Berlin Neubabelsberg" eine hölzerne Trage, Verbandmaterial, 2 Labeflaschen, 2 Kartentaschen sowie 3 Mannschaftstaschen ein, außerdem 14 Uniformen für die Männer. Eine Uniform bestand aus Litewka, Tuchhose, Schirmmütze, Leibriemen und Halsbinde. Die Kosten hierfür betrugen 629,30 M. Von diesem Betrag übernahmen das Central-Comitee in Berlin sowie der Provinzial-Verein in Schleswig je 200 M. Die Restsumme von 229,30 M übernahm der Lokal-Verein. Im Versammlungsprotokoll vom 23. Januar 1915 heißt es:
"Versammlung am Sonnabend d. 23. Januar 1915 abends 7 Uhr, Jürgensens Hotel.
Der Beschluß vom 12. Dezember betr. Cigarrensendung ist nicht zur Ausführung gekommen, weil die in Frage kommenden Empfänger Weihnachten resp. Neujahr auf Urlaub zu Hause waren. Anläßlich der Reichswollwoche sind Sammlungen in unserem Bezirk vorgenommen, über dessen Resultat heute berichtet wird. Der Herr Landrat ist um Muster für Decken und Westen, um Zusendung des Reinigungsapparates und um Mitteilung etwaiger Wünsche ersucht worden.
Nach Reinigung und Sortierung der Wollsachen soll die Anfertigung der Decken von freiwilligen Damen in der neuen Schule vorgenommen werden. Nötiges Zuschneiden übernimmt Herr W. Bock. Ein Antrag der Sanitätskolonne um Hergabe des Restbetrages (nötigenfalls leihweise) für Uniformen, M 229,30 wird einstimmig dahin angenommen, daß der Betrag der Kolonne in Anbetracht des guten Zweckes geschenkt wird, und der Kassierer zur Auszahlung angewiesen. 300 Kaiserkarten vom Roten Kreuz sind angeschafft worden und gelangen zur Verteilung.
Hiermit geschlossen.
Heinrich Koch".
Zur weiteren Ausbildung in der Krankenpflege arbeitet der Kolonnenführer B. Wendt dann von Mitte Dezember 1914 bis Mitte Januar 1915 im Festungslazarett Brunsbüttelkoog.
Schulen_Brunsbüttel_(Ort)#Lehrer_Bruno_Wendt
Anschließend begann er mit der Ausbildung seiner Männer; aber schon Anfang Februar 1915 wurde er zur Krankentransportabteilung X nach Altona einberufen. Damit verlor die Einheit noch in ihrer Aufbauzeit ihren Gründer und Führer. Mit ihm zugleich wurden noch einige weitere Männer zum Fronteinsatz abkommandiert. Die verbleibenden Mitglieder wurden dann weiterhin geführt von dem stellvertretenden Kolonnenführer Malermeister Carl Peters. Er hat mit seinen Männern noch mehrfach Krankentransporte von den Schleusen ins Militärlazarett durchgeführt. Es war eine recht anstrengende Aufgabe. Alle Wege mußten zu Fuß erledigt werden. Fahrbare Transportmittel standen damals den Männern nicht zur Verfügung.
Weitere Hilfsmaßnahmen des Vereinsvorstandes wurden in der Versammlung vom 18. November 1914 beschlossen. An alle im Felde stehenden Krieger sollte ein Weihnachtspaket geschickt werden. Jedes Paket sollte folgenden Inhalt haben:
1 Dauerwurst a 1,50 M, 1 P. Hosenträger a 1,50 M, 2 Taschentücher a 0,60 M, 1 Notizbuch a -0,10 M, 1 Tintenstift a 0,10 M, 5 Bogen Papier u, Couwerts a 0,10 M, 20 Feldpostkarten a 0,08M, 1 Pck. Shag Tabak a 0,30 M, 1 Shag Pfeife a 0,50 M, 1 Taschenmesser a 0,70 M, 25 Bouillonwürfel a 0,50 M
Außerdem sollen von noch zu erbittenden Liebesgaben 10 Cigarren und 3 Rollen Kautabak zugefügt werden. Jedes Paket wird mit Tannenzweigen verziert, 2 Lichte und 1 Weihnachtspostkarte werden beigelegt. Die Adresse mit schwarzweißrotem Rand erhält den Kopf:
„Weihnachtssendung des Zweigvereins vom Roten Kreuz im Amtsbezirk Brunsbüttel".
Noch im gleichen Monat wurden 90 Pakete im Werte von je 6,- Mark verschickt. Die in den 5 Monaten von August bis Dezember 1914 durchgeführten Geldsammlungen erbrachten den ansehnlichen Betrag von 2500 Mark. Der Ort Brunsbüttel hatte damals 2.000 Einwohner. Seinen Bürgern konnte man schon eine erhebliche Spendenfreudigkeit nachsagen. Sie ist sicher zu suchen in einem tief verwurzelten Patriotismus der damaligen Zeit. Diese Gebefreudigkeit läßt sich in ihrer Vielfalt durch die ganze Kriegszeit hindurch verfolgen. Im Januar 1915 wird anläßlich der Reichswollwoche eine Sammlung von Wollkleidung durchgeführt. Dafür wurde der Landrat und Kreisvorsitzende des DRK-Kreisverbandes in Meldorf, Dr. Wachs, um Muster für Decken und Westen, um einen Reinigungsapparat für die Altkleidung sowie um besondere Wünsche gebeten. Die Anfertigung der Decken und Westen wurde in der neuen Schule an der Sackstraße von freiwilligen Damen vorgenommen.
((Schulen_Brunsbüttel_(Ort)#Schule_Sackstra.C3.9Fe_.28West.29)
Das Zuschneiden übernahm der Schneidermeister Wilhelm Bock. Zugleich wurden für den Weiterverkauf 5000 Stück Rot-Kreuz-Pfennigmarken und 300 Stück Rot-Kreuz-Kaiserkarten angeschafft. Am 20. März 1915 beschloß der Vorstand auf Anregung des Vorsitzenden Heinrich Schröder, der Kriegshilfe 1000 M zu überweisen. Ende November 1915 wurden wieder Weihnachtspakete an Soldaten verschickt. Auch dieser Paketinhalt hatte einen Wert von 6,- Mark. Im August 1916 wurden an l70 Frontsoldaten je 1 Pfund Butter zum Preis von je 2.50 M abgegeben. Etwas Ungewöhnliches hatte sich der Vorstand im November 1916 ausgedacht. Ein oder zwei Schweine sollten angekauft und zu Wurst verarbeitet werden. Jeder Soldat sollte l Pfund Wurst sowie Zigarren, Tabak, ein Kartenspiel und Briefpapier erhalten. Diese Absicht wurde in die Tat umgesetzt.
Am Sonntag, dem 3. Dezember 1916, wurden bei dem Kaufmann Heinrich Koch in der Süderstraße die Pakete gepackt und abgeschickt.
Der Vollständigkeit halber sollen die noch bekannten, in Brunsbüttel während der Kriegsdauer durchgeführten Sammlungen aufgezeichnet werden:
Mai 1916 - Wollsachensammlung,
Juni 1916 - Volksspende für die Kriegs- ¬und Zivilgefangene,
November 1916 - Sammlung für Soldaten – und Marineheime, 517.10 M,
Juni 1917 - Haus- und Straßensammlung,
Juni 1917 - U-Boot-Spende, 525 M,
Juli 1917 - Haussammlung von Lesestoff = für Heer und Flotte, 219.90 M,
Oktober 1917 - Kolonialspende, 182.l0 M,
Mai 1918 - Haus-und Straßensammlung-Postkartenverkauf -Ludendorff-Spende, 905 M.
Die Organisatoren all dieser Spendensammlungen sollten, so weit die Namen noch bekannt sind und noch aufgefunden wurden, der Nachwelt erhalten bleiben. Es waren dies die Kaufleute: Heinrich Schröder, Heinrich Koch und Peter Peters; die Lehrer Peter Carstens, Hansen und Bruno Wendt sowie der Malermeister Carl Peters, alle aus Brunsbüttel. In den Außengemeinden waren es die Landwirte Siegfried Schmielau und Frau in Westerbelmhusen, Jakob Twisselmann in Mühlenstraßen, Hermann Siemen in Ostermoor, Albert Siemen in Osterbelmhusen und der Lehrer Heinrich Lau in Osterbelmhusen. Diese Brunsbütteler Bürger haben gemeinsam mit jungen Schulhelfern, die eifrig mithalfen, bei den Soldaten an der Front und in den Lazaretten viel Freude bereiten können. Sicher ist auch mancher in Not geratenen Familie, deren Ernährer als Soldat eingezogen war, geholfen worden. So jedenfalls klingt es aus den kargen Aufzeichnungen immer wieder heraus. Bewundern muß man Sammler und Spender der beiden letzten Kriegsjahre 1917 und 1918. Es war die Zeit des Hungers und der Materialknappheit. Der bis 1916 planlosen, nicht rationierten Lebensmittelverteilung folgte ein böses Erwachen. Das deutsche Volk, durch Land- und Seeblockade von fast allen Hilfslieferungen aus dem Ausland abgeschnitten, erlebte eine Zeit bitterster Not. Der Lebensmittelmangel, besonders in den Großstädten, führte nicht selten zum Hungertod. Der schlechte körperliche Allgemeinzustand der Bevölkerung wiederum war mit ein Anlaß für die Ausbreitung ansteckender Krankheiten, die teilweise epedemieartig auftraten, Hunger und Not an der Front und in der Heimat mögen die politischen Unruhen mit ausgelöst haben. So kam der allgemeine Waffenstillstand am 11. November 1918 und mit ihm die Rückführung und Entlassung der Soldaten in die Heimat.
Über die Weiterführung der Betreuungsarbeit für die Kriegsgeschädigten und Hinterbliebenen, so wie es die Satzung vorsah, sagt die Niederschrift über die erste, nach Kriegsende durchgeführte Versammlung nichts aus. Zugleich ist es auch die letzte Eintragung in dem "Versammlungsprotokoll". In diesem Versammlungsbericht ist schon eine gewisse Vereinsmüdigkeit erkennbar. Mit der Auflösung der Sanitätskolonne scheint auch jede weitere Vereinstätigkeit erloschen zu sein. Zum besseren Verständnis erolgt die letzte Niederschrift im Wortlaut:
Versammlung
Donnerstag, d. 13. Februar 1919, Jürgensens Hotel.
Tagesordnung: Besprechung betr. Auflösung der Sanitätskolonne und Verwendung der Anzüge und Geräte. Nach Berichten des Vorstandes der Sanitätskolonne, Herrn Wendt, werden die Sanitätskolonnen überall aufgelöst resp. nicht die Tätigkeit derselben, er stellt den Antrag, daß die Anzüge (15) den Mitgliedern belassen werden, zum Anschaffungswert, die Binden, Mützen und die sonst bei Besonderen oder anderen Anlässen erforderlichen Hilfsmittel verbleiben dem Roten Kreuz. Es wird über den Bestand eine doppelte Liste geführt, die Sachen werden bei Herrn Lehrer Wendt zur Aufbewahrung gegeben. Entbehrliche Sachen, wie Hemden, Bettücher u.a. sollen meistbietend versteigert werden. Für die Anzüge bezahlen die Mitglieder pro Anzug 40 M. Die Geldeingänge fließen in die Kasse des Roten Kreuzes, Zweigverein Brunsbüttel. Der Kassierer (Vertreter) erstattet Bericht über die Kassenverhältnisse. Einnahmen 1918 einschl. Kassenbestand (655,35 M) 1150,50 M. Ausgaben 1117,50 M. Es verbleibt demnach ein Kassenbestand von 32,12 M. Dem Kassierer wird Entlastung erteilt und gibt derselbe sie auch an den aus dem Heeresdienst entlassenen Herrn P. Peters zurück. Es wird beschlossen, den Restbestand an Säften und Gelees dem hiesigen Krankenhaus zu überweisen, eingeteilt in 3 oder mehreren Partien, alle 14 Tage.
Im März soll Generalversammlung mit der Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes, abgehalten werden."
Heinrich Schröder.
Hiermit geschlossen
Heinrich Koch.
Damit endete nach fast 30 Jahren die Geschichte einer humanitären Vereinigung, deren Ziel es anfangs sein sollte, in Kriegszeiten verwundeten und kranken Kriegern zu helfen. Ins Leben gerufen wurde sie von Männern, die als Verfechter einer politischen Einheit Schleswig-Holstein, teils selbst aktiv an der bewaffneten Erhebung im Jahre 1848 gegen Dänemark teilgenommen hatten. Sie wußten aus eigener Erfahrung um die Schrecken eines Krieges und seiner Nachfolgen. Nur so ist die frühe Gründung eines Vereins vom Roten Kreuz in dem kleinen Ort Brunsbüttel zu verstehen.
Der Vorstand des DRK-Ortsvereins Brunsbüttel von der Gründung 1890 bis zur Auflösung 1919.
1. Vorsitzender:
Amtsvorsteher Otto Christian Brütt 1890 bis 190l
Amtsvorsteher Ties Feil 190l bis 1907
Amtsvorsteher Franz Wümpelmann 1907 bis 1914
Kaufmann Heinrich Schröder 1914 bis 1919
2. Vorsitzender:
Landwirt Johann Hinrich Schmielau, Westerbelmhusen 1890-1908
H. Erichson 19o8
Hofbesitzer Jakob Twisselmann, Mühlenstraßen 1908 bis 1919
Schriftführer:
Hofbesitzer Barthold Christian Feil 1890 bis 1902
Postverwalter Alwin Schnack 1902 bis 1914
Kaufmann Heinrich Koch 1914 bis 1919
Schatzmeister:
Hofbesitzer Heinrich Christian Piehl 1890 bis 1894
Kaufmann J.N. Manns 1894
Gastwirt Julius W.L.Jürgensen 1895 bis 1914
Kaufmann P. Peters 1914 bis 1919
Beisitzer: Hofbesitzer Friedrich Pflueg 1890 bis 1893, Lehrer Hansen 1893 bis 1899, Dr.Haacke 1895 bis 1914, Hofbesitzer Ferd. Thiessen bis 1914, Postverwalter Alwin Schnack 1895 bis 1914, Hofbesitzer Jakob Meinert 1890 bis 1904, Hofbesitzer Heinrich Schoof 1890 bis 1895, Kirchspielsschreiber Ingwer Paulsen 1898 bis 1903, Hofbesitzer Hermann Siemen 1904 bis 1919, Malermeister August Scharp 1914 bis 1919, Lehrer Bruno Wendt 1914 bis 1919.
Brunsbütteler Frauenverein
Der Brunsbütteler Frauenverein wurde 1878 gegründet. Sein Motto war: Menschen, die hilfebedürftig sind, mit Rat und Tat beizustehen. Mitglied konnte jede Frau oder Jungfrau werden, die bereit war, 1 Mark Jahresbeitrag zu zahlen. Die Einnahmequellen waren – außer den Beiträgen – Erlöse aus Verlosungen, Spenden und Geschenken aller Art.
Beispiel Einnahmen 1894:
Kassebehalt 1893 – 456,15 Mark
Geschenk von Frau T. in M. – 10,- Mark
Zinsen Sparkasse – 36,15 Mark
Mitgliedsbeiträge – 67,- Mark
Reinertrag der Verlosung – 531,20 Mark
Insgesamt – 1100,50 Mark
Es wurden Spenden z.B. für eine Tombola gesammelt, zu denen Lose zu 20 Pfennig das Stück in beiden Pastoraten, bei Frau Petersen an der Chaussee, bei Hauptmann Henckel am Hafen, bei Herrn Lau in Ohlen, bei Herrn Lehrer Hadenfeldt in Osterbelmhusen, Herrn Lehrer Rohwedder in Brunsbüttelkoog, Gastwirt Ebel in Brunsbüttel und Gastwirt Blohm in Brunsbüttelkoog zu haben waren.
Ausstellung der Geschenke am Sonntag, 1. Dezember bei Herrn Gastwirt Ebel in Brunsbüttel,
Eintritt 20 Pfennig
Verlosung am 2. Dezember 2 Uhr nachmittags
Gez,: Pastorin Eggerstedt, Pastorin Kruse
Vaterländischer Frauenverein in Brunsbüttelkoog
Am 22.Januar 1901 bildete sich im „Hotel zur Kanalmündung“ in der Koogstrasse Nr. 95 (später Esso-Tankstelle Hansen) der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz.
Vorstand des Frauenvereins:
Schirmherrin dieser Frauenorganisation war die deutsche Kaiserin.
Der Frauenverein kümmerte sich um die Versorgung der Kranken, der Altgewordenen, der Gebärenden, der Siechen und der alleingebliebenen Kinder.
Für die Behandlung der Kranken mußten Pflegegeräte beschafft werden, Schwerkranke mußten ins Krankenhaus gebracht werden und zu diesen Problemen kam noch die Armut dazu, oftmals bedingt durch Winterarbeitslosigkeit.
Eine staatliche Fürsorge in heutiger Art gab es nicht, oder nur in geringem Umfang. Bekannt war jedoch, besonders in kleinen Orten, die „Nachbarschaftshilfe“. Diese Form der Hilfe von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie mag als Urzelle der Gemeinhilfe anzusehen sein. Es galt nur noch, diese Gemeinschaftshilfe in eine feste Form zu bringen, eine Organisation zu schaffen. Und eben das geschah in unserem Ort durch eine Anzahl von Bürgern, die gewillt waren, ihren in Not geratenen Mitbürgern zu helfen.
Durch geschickte Werbung konnte die Zahl von 144 passiven Anfangsmitgliedern noch im Gründungsjahr auf 400 erweitert werden. Die Beiträge dieser vielen Mitglieder gaben dann auch die Möglichkeit einer ersten und echten Hilfe. Um jedoch zu weiteren Geldmitteln zu kommen, veranstaltete der Verein am 2. November 1901 ein Wohltätigkeitsfest im „Hotel zur Kanalmündung“, das erste derartige Fest im Ort überhaupt. Einem Zeitungsbericht zufolge wurde ein bedeutender Reingewinn auf diesem Fest erzielt. Mit diesem Geld fand am Sonntag, dem 22.Dezember 1901 - wieder in der "Kanalmündung" - eine Weihnachtsbescherung für 30 in Not geratene Familien der Gemeinde statt. Kleidung, Fleisch, Kohlen, Kuchen und Nüsse wurden verteilt. Und recht treffend ist am Schluß eines Zeitungsberichtes hierüber zu lesen:
... Es ist nur ein Teil des Kassenbestandes zur Verteilung gekommen, da anzunehmen ist, daß die Not in manchen Familien infolge der Arbeitslosigkeit während des Winters noch steigen und manche Bitte um Hilfe ausgesprochen wird .....
Um in diesen angesprochenen Notfällen noch mehr und besser helfen zu können, mußten weitere Einnahmequellen erschlossen werden. So wurde dann am nächsten Wohltätigkeitsfest eine Tom¬bola aufgebaut. In wochenlanger Arbeit fertigten geschickte Frauenhände zum Teil recht wertvolle Handarbeiten an. Diese und noch viele weitere schöne Dinge wurden für die Verlosung gestiftet. 4000 Lose à 20 Pfg. wurden an die Bevölkerung ver¬kauft. Einige Tage vor dem eigentlichen Wohltätigkeitsfest wurden alle Gewinne in einer öffentlichen Ausstellung in der „Kanalmündung“ gezeigt. Anschließend fand dann die Verlosung und auch die Ausgabe der Gewinne statt. Bis zu 1500 Mark an Überschuß wurde durch diese Veranstaltung erzielt. Diese Einnahmen ermöglichten dem Vorstand die Einrichtung einer Schwesternstation im Wohlfahrtshaus in der Gilbertstraße, der heutigen Schleusenstraße. Für diese Station wurde die DRK-Vollschwester Elsbeth Kuhlmann verpflichtet und vom Frauenverein voll unterhalten. Wie wertvoll und notwendig die Einrichtung dieser Station für die Bevölkerung des Ortes war, zeigt der Tätigkeitsbericht für das erste Jahr auf:
Es wurden 685 Krankenbesuche, 88 Haushaltsbetreuungen und 13 Nachtwachen durchgeführt. Zusätzlich verwaltete und verlieh die Schwester eine größere Anzahl von Krankenpflegegeräten, die vom Verein ebenfalls beschafft worden waren. Weiter leitete sie eine Näh- und Flickschule für Schulkinder von minderbemittelten Eltern. 94 Kinder nahmen im ersten Jahr an diesen kostenlosen Lehrgängen teil.
Bis 1920 war Schwester Elsbeth Kuhlmann unermüdlich tätig.
Geldentwertung und Geldmangel zwangen den Frauenverein dann zur Aufgabe dieser Station. Im Jahre 1923 gelang es dem Verein, erneut eine Schwester einzustellen. Es war dies die DRK-Schwester Christine Behrens aus St. Margarethen. Bis 1927 war sie für den Vaterländischen Frauenverein tätig. Von dem Zeitpunkt an ging die gesamte Sozialarbeit auf den Staat über. Schwester Christine trat damit in die Dienste der Gemeinde Brunsbüttelkoog über. Als Gemeindeschwester war sie bis zu ihrem Tode, im Jahre 1942, tätig.
Im Jahresbericht des „Vaterländischen Frauenvereins zu Brunsbüttel“ von 1909 wird u.a.eine Margarethenspende erwähnt, unter der sich wohl heute kaum noch jemand etwas vorstellen kann.
Die Geschichte dazu findet man im Internet unter https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethenschrank
Eine weitere und sehr segensreiche Tätigkeit des Frauenvereins war von Anfang an der „Barmherzige Suppentopf'“. Nach einem festgelegten Plan kochten die Mitglieder Mittagessen für in Not geratene Familien, Wöchnerinnen und Altgewordene, denen das Essen ins Haus gebracht wurde.
Wie vielseitig und außerordentlich wertvoll die Sozialarbeit dieses Vereins war, mag abschließend ein Bericht aus dem Jahr 1908 aufzeigen:
... Der Vorstand hat 344 Mitglieder. Einnahmen 2809 Mark, Ausgaben 2301 Mark. Verausgabt für die Schwesternstation 1142 Mark. Für Konfirmandenunterstützungen 1494 Mark. Weihnachtsunterstützungen 186 Mark und 39 Ztr. Kohlen. Verschiedene Unterstützungen 1598 Mark. 63 Ztr. Kohlen, 1461 ltr. Milch, 265 Mittagsportionen sind an schwächliche Kinder und kranke Erwachsene verausgabt worden. Die Schwester hat 2000 Besuche gemacht, sowie 96 Hausarbeiten und 51 Nachtwachen. 58 Pflegeartikel wurden ausgeliehen. Ein Mädchen kam 4 Wochen in ein Erholungsheim in Oldesloe, ein Knabe in. das Anscharkrankenhaus auf Vereinskosten. Die Nähschule wurde von 52 Kindern besucht.
Von 1919 bis 1921 wurden insgesamt ca. 31 000 Internierte (Rückkehrer aus der Kriegsgefangenschaft) im ehemaligen Marine-Kohlenschuppen auf der Südseite Brunsbüttelkoogs empfangen und von dem „Vaterländischen Frauenverein“ und dem „Brunsbütteler Frauenverein von 1878“ bewirtet. Ankunft_der_Internierten_in_Brunsbüttelkoog
Die politische Neuordnung in Deutschland nach 1933 brachte dem Deutschen Volk eine Diktatur, die sehr bald auch auf alle Vereine und Verbände übertragen wurde, sie zum Teil auflöste oder neu formte. Ebenfalls ein Opfer dieser Neuordnung wurde der Vaterländische Frauenverein. Am 9. Au¬gust 1935, nach 34-jährigem Bestehen, wurde diese Vereinigung aufgelöst. Alle sozialen Aufgabengebiete wurden von der N.S.-Volksfürsorge übernommen. Neu war nun die Ausbildung von Samariterinnen, die nach bestandener Prüfung und feierlicher Verpflichtung eine weib¬liche Sanitätseinheit bildete. 36 Frauen und junge Mädchen traten am 19.November 1936 im „Hotel zur Post“ dieser Einheit bei.
Männer-Zweigverein vom Roten Kreuz für den Gemeindebezirk Brunsbüttelkoog
Am 10.April 1902, kam es, ebenfalls im „Hotel zur Kanalmündung“ zur Gründung eines Zweigvereins vom Roten Kreuz für Männer. Folgende Personen wurden in den Vorstand gewählt:
Kaiserl. Bauinspektor Friedrich Gilbert - Vorsitzender
Amtsvorsteher Fritz Feil - stellv. Vorsitzender
Königl.-Niederl. Vice Consul Carl Soetje - Schatzmeister
Bureaudiätar Wilhelm Reimers - Schriftführer
Kaufmann Gustav Wilkens - stellv. Schatzmeister
Stauer Rudolf Riemann – Beisitzer
- 1903-06-04-Rotes Kreuz.jpg
Kanal-Zeitung vom 04.06.1903
Kanal-Zeitung vom 09.03.1909
Kanal-Zeitung vom 01.04.1909
Der § 1 der Satzung des gegründeten Männervereins sagt unter anderem folgendes:
... in Kriegs- und Friedenszeiten die freiwillige Krankenpflege zu unterstützen und die Erfüllung dieser Aufgaben, soweit thunlichst vorzubereiten ..."
Das nächste Ziel war deshalb die Gründung einer Sanitätskolonne. Sie bildete sich nach einjährigem Vereinsbestehen am 22.März 1903. Siebzehn Männer traten dieser Abteilung bei. Die Zahl erhöhte sich bald auf 45 Mitglieder. Damit war die erste Rotkreuz-Sanitätsabteilung im Dithmarscher Raum geschaffen. In der Satzung für diese Einheit wurde ganz eindeutig ihre feste Bindung zur Muttergemeinschaft festgelegt. In dieser Satzung heißt es aber auch:
„Die Sanitätskolonne hat sich in Kriegszeiten dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. In Friedenszeiten stellt sie ihre Hilfe bei Unglücksfällen, wie Feuer- und Wassersnot, bei Eisenbahn- und anderen - Unfällen und Seuchen zur Verfügung. Sie übernimmt namentlich auch den Transport zu den Krankenhäusern oder den Stellen, wo ärztliche Hülfe zu haben ist“
Dieser letzte Satz spricht den Krankentransport an. Eine Tätigkeit, die den Männern vorbehalten bleiben mußte, da sie schwere, körperliche Arbeit für die Helfer bedeutete. Angefangen hat der Krankentransport hier im Ort schon mit der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals im Jahre 1895. Zur Ausrüstung dieser Wasserstrasse gehörte ein Handtransportkarren. Mit diesem wurden durch Angehörige des Wasserstrassenamtes Verunglückte oder schwerkranke Seeleute vom Schleusen-und Hafengelände in das Krankenhaus in Brunsbüttel-Ort, oder mit der Bahn auch in die nächsten größeren Städte gebracht. Diese Transporte übernahm nach ihrer Gründung sogleich die Sanitätskolonne. Ein alter Handkarren des Wasserstrassenamtes wur¬de im Jahre 1912 durch den Kauf einer verbesserten Ausführung aus eigenen Mitteln ersetzt.
Das Krankenhaus im Mühlenweg wurde 1890 fertiggestellt und ist heute ein Wohnhaus.
Mühlenweg 19, Läden_in_Brunsbüttel-Mühlenweg,_Deichstraße#M.C3.BChlenweg_19
Das Krankenhaus Brunsbüttelkoog in der Delbrückstraße, am 1.4.1910 mit 40 Betten für Chirurgie und Innere Abteilung eröffnet, wurde während des 1. Weltkrieges als Festungslazarett geführt. Die erforderlichen Hebammen für den Betrieb stellte der Vaterländische Frauenverein.
Krankenhaus_Brunsbüttel
Die zunehmende Mechanisierung innerhalb der Gesamtwirtschaft, sowie die Motorisierung der Straßenfahrzeuge ließen bald einen Teufelskreis entstehen; die Unfallziffern erreichten beängstigende Zahlen. Der Vereinsvorstand unter der Führung von Baurat Sohn erkannte sehr wohl die sich daraus für sie ergebenden Konsequenzen. Für 9500 Mark wurde ein Krankenkraftwagen beschafft. Am 25.September 1927 wurde das Fahrzeug in einer kleinen Feierstunde den Männern der Sanitätskolonne übergeben. Es war zugleich der erste Krankenkraftwagen im Raum Dithmarschen und sicher ein würdiges, selbst gegebenes Jubiläumsgeschenk zum 25-jährigen Bestehen dieser Hilfsvereinigung im gleichen Jahr. Viel Kummer hat dem Verein der Betrieb dieses Wagens in den nächsten sieben Jahren gemacht. Schuldendienst und ein hauptamtlich angestellter Fahrer waren die Ursache. 1934 zwang ein Unfall mit Totalschaden zum Kauf eines neuen Wagens. Diesmal war es ein zu einem modernen Krankenwagen umgebauter, schwerer Personenwagen. Mit Jahresanfang 1934 mußte aber auch der hauptamtliche Krankenwagenfahrer entlassen werden. Alle Krankentransporte wurden in den folgenden Jahren ehrenamtlich von den Mitgliedern der Sanitätskolonne durchgeführt.
DRK-Brunsbüttel in der Zeit des 2. Weltkrieges
Die Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes ab 1.Januar 1938 nahm den Ortsvereinen ihre Selbständigkeit. Damit ging auch die Verwaltung des gesamten Krankentransportwesens in die Hände des Kreisverbandes in Meldorf über. Die Ausführung der Transporte jedoch verblieb bei den Sanitätszügen. Der Ausbruch des Krieges im Herbst 1939 brachte bald eine Verknappung von Benzin, Reifen und Ersatzteilen mit sich. Erfreulicherweise konnten einige, zum örtlichen Luftschutz¬sanitätsdienst eingezogene, Helfer weiterhin als Fahrer und Beifahrer eingesetzt werden. Die Zahl der Jahrestransporte war immerhin schon auf über 600 angestiegen. Bald mußten auch alle Reparaturen an den Wagen von den Helfern selbst ausgeführt werden. Die letzte Reparaturwerkstatt im Ort wurde 1941 geschlossen. Im Herbst des gleichen Jahres er¬brachte eine örtliche Sammlung für den Neukauf eines Wagens 7000 Mark. Die Restkaufsumme wurde von der Landesstelle in Hamburg zugesagt. Das im Dezember 1941 bestellte Fahrzeug sollte im Sommer 1943 geliefert werden. Zwischenzeitlich kam es zur Beschaffung eines Behelfskrankenwagens. Ein PKW wurde mit einer Liegeeinrichtung versehen. Zugleich wurde der gro¬ße Wagen auf Flaschengasantrieb umgestellt. Aber auch Gas wurde, genau wie Benzin, bald eine ausgesprochene Mangelware. Im Januar 1944, nach über zweijähriger Wartezeit, wurde dann der Borgward-Krankenwagen geliefert. Antriebsart war wahl¬weise Gas oder Benzin.
Die jedoch immer kritischer werdende Belieferung mit diesen beiden Antriebsstoffen zwang im Herbst 1944 zur Anmietung einer Pferdedroschke . Am 20.Februar 1945 mußte nach der zwangsläufigen Stillegung aller Kraftwagen erstmalig die Pferdedroschke eingesetzt werden. Bis über das Kriegsende hinweg sind noch 82 Krankentransporte und 1700 km mit diesem Gefährt gefahren worden. Der 15. Mai 1946 brachte das Ende des Krankentransportwesens für das Rote Kreuz in der britischen Besatzungszone und damit auch für den hiesigen Ortsverein. Auf Anordnung der englischen Militärregierung wurde dieser Einsatz der Freiwilligen Feuer¬wehr übergeben, von wo er später auf den politischen Kreis Dithmarschen überging.
Wie beim „Vaterländischen Frauenverein“ kam es 1938 bei den Männern ebenfalls zu Umformungen. Alle Orts¬vereine, wie überhaupt alle übrigen Rotkreuzeinrichtungen, verloren ihre Eigenständigkeit und unterstanden nun dem Kreisverband. Die aktiven Kräfte bildeten nun Gruppen und Züge, die alle unter der Führung eines Kreisbereitschaftsarztes standen. Das gleiche galt auch für die Samariterinnen. Zudem wurden Kleidung und Ausrüstung vereinheitlicht; bei den Männern wurde beides der Wehrmacht angeglichen. Diese völlige Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes als nationale Hilfsorganisation wurde durch ein vom Reichstag beschlossenes Gesetz am 1. Januar 1938 verkündet. Die innige Verflechtung einer politischen Partei und einer bis dahin unparteiisch und international orientierten Organisation ließ den Grundsatz der Neutralität dieses Verbandes fraglich werden.
Der Ausbruch des Weltkrieges am 1.September 1939 brachte starke personelle Veränderungen bei den Männern und Frauen mit sich. Die Mehrzahl der Helfer und Helferinnen wurde für den Sanitätsdienst in der Wehrmacht, im Werkschutz und im örtlichen Luftschutz eingezogen. Die noch verbliebenen Frau¬en wurden sehr bald als Begleiterinnen beim Krankentransport eingesetzt. Leider verloren auch fünf Helfer und eine Helferin durch Kriegseinwirkung ihr Leben.
DRK-Brunsbüttel nach dem 2. Weltkriege
Mit dem Ende des Krieges kam die Not in vielfältiger Form. Ca. 4000 Flüchtlinge mußten im Ort unterge¬bracht und betreut werden. Zu der Überbevölkerung kamen Hun¬ger und ansteckende Krankheiten. Die Ungewißheit um das Schick¬sal der Angehörigen tat ein übriges. Da schlossen sich nun Helferinnen und Helfer zu einer Einheit zusammen. Gemeinsam fingen sie an zu improvisieren, zu helfen, Spenden zu ver¬teilen, Kranke im Infektionskrankenlager Kudensee zu pflegen, weiter Krankentransporte auszuführen. Und das alles ohne Telefonanschlüsse; diese waren durch die Engländer gesperrt und ohne Barmittel, auch diese waren blockiert. Selbst das Schutz¬zeichen „Rotes Kreuz“ mußte von der Dienstbekleidung ent¬fernt werden. Trotz der Beschränkungen ging die Hilfe weiter. Die Kinderspeisung kam hinzu, Lebensmittel und Kleidung waren zu verteilen. Weihnachtsbescherungen für Alte und Kinder wur¬den veranstaltet. Der Suchdienst für Zivilisten und Soldaten wurde eingerichtet. Es war die hohe Zeit der Not und der Hilfe.
Der 5. Februar 1947 ist als ein Tag des Neubeginns im Lebens¬ablauf dieser Vereinigung anzusprechen. Nach neun Jahren der Unfreiheit wurde erstmalig ein neuer Vereinsvorstand frei gewählt.
Die zwischen dem Kriegsende am 8.Mai 1945 und diesem Tag liegende Zeit ist als eine Übergangsphase anzusehen. Alle DRK-Vereinigungen, ob auf Orts-, Kreis- oder Landesebene waren Improvisationen. Alle bestanden und arbeiteten mit vor¬läufiger Genehmigung der britischen Militärbehörde. Allzuoft waren sie auf sich selbst gestellt in ihren Entscheidungen. Erst die offiziellen Neugründungen, einmal des DRK-Kreisverbandes Süderdithmarschen in Meldorf am 29.März 1947, sowie des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein am 9. September 1947, gaben den Vereinen wieder Rückhalt, zumindest so weit sie der britischen Besatzungszone angehörten. Die interna¬tionale Anerkennung kam dann mit der Neugründung des Deut¬schen Roten Kreuzes am 4. Februar 1950 in Koblenz.
Die Ausbildung wie auch die Übungen der Mitglieder der frei¬willigen Sanitätskolonnen waren bis 1914 ganz eindeutig auf den Kriegsfall ausgerichtet. Die Erfahrungen der Kriege 1864, 1866 und 1870/71 hatten deutlich die Notwendigkeit einer Mitwirkung der zivilen Hilfsverbände in einem Kriege aufge¬zeigt. Wie richtig diese Annahme war, zeigte der enorme Ein¬satz des Deutschen Roten Kreuzes an Personal und Material während des ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 und noch danach.
Die politische Neuordnung in Deutschland nach 1933 brachte neben der Wehrpflicht in großem Maße eine militärische Auf¬rüstung mit sich, auch in der Luftwaffe. Das bedeutete in einem künftigen Konfliktfalle die Bedrohung jetzt auch der Zivilbevölkerung aus der Luft. Der Luftschutz wurde geschaf¬fen. Teil dieses Luftschutzes war die Ausbildung der Bevölke-rung in „Erster Hilfe“. Damit kam es erstmals in Deutschland zu Massenausbildungen von „Ersthelfern“.
Wie bitter nötig diese Maßnahme war, zeigte bald der Verlauf des zweiten Weltkrieges mit seinen furchtbaren Verlusten innerhalb der Bevölkerung durch den Luftkrieg. Die steigende Motorisierung der Straßenfahrzeuge nach dem Kriege, sowie das starke Ansteigen der Unfallziffern auf den Straßen und in den Betrieben, zwang zur Fortsetzung dieser Allgemeinbildung in Erster Hilfe. Am 22.April 1947 wurde erstmalig nach dem Kriege ein solcher Lehrgang hier durch den DRK-Ortsverein durchgeführt. Hinzu kamen dann bald Sanitätslehrgänge, Kurse in Krankenpflege, Mutter und Kind und letztlich die Sofortmaßnahmen am Unfallort für Kraftfahrer – Führerscheinanwärter. Das Interesse der Bevölkerung an diesen Lehrgängen war groß.
Neue Erkenntnisse in der Erstversorgung von Verletzten zwan¬gen durch Teilnahme an Fortbildungskursen auf den Landes- ¬und Bundesschulen die Ausbilder zeitgerecht zu bleiben.
Etwas völlig neues, innerhalb dieser Weiterschulung, ent¬wickelte sich in den Nachkriegsjahren: das Schminken von Wunden und das Zurechtmachen von Verletzten. Es wurde ein aus¬gezeichnetes Mittel, um bei Kursusabschlüssen die Teilnehmer ein wenig an die Wirklichkeit heranzubringen. Diese Methode hat sich in den Jahren als eine echte Schulungsmithilfe er¬wiesen.
Die beiden hiesigen DRK-Ortsvereine, Frauen wie Männer, wurden in der Gaststätte „Zur Kanalmündung“ gegründet. Diese Gaststätte blieb lange Jahre hindurch für beide Ortsvereine und auch für die spätere Sanitätskolonne Versammlungs- und Schulungsstätte. Nach 1933 erhielt die Sanitätseinheit im Keller der Realschule einen Materialraum zugewiesen. Damit wurde diese Schule zugleich das Ausbildungszentrum für die Männer. Diese Lösung war immerhin schon ein Fortschritt in der Unterkunftsfrage. Die Frauenabteilung fand eine Unterkunft in einem Klassenzimmer der Schule-Nord.
Das Kriegsende im Jahre 1945 brachte den Zusammenschluß der Helfer und Helferinnen zu einer Einheit, dem DRK-Ortsverein Brunsbüttelkoog-Brunsbüttel. Die Unterkunft für die Dienst¬- und Unterrichtsabende blieb nun weiterhin ein Klassenzimmer der Boje-Mittelschule.
Das Jahr 1967 brachte eine entscheidende Wende durch Neu¬bauten. Bei der Schule-Nord wurde das Schulgebäude in der Schulstrasse 38 leer. Dem Vereinsvorstand gelang es, zwei Klassenräume in diesem Gebäude von unserer Stadtverwaltung zu pachten. Geplant war, durch Umbau dieser Räume eine Kom¬bination von DRK-Altentagesstatte, Schulungs- und Geräte¬räume zu errichten, außerdem noch eine Doppelgarage. Mit finanzieller Unterstützung durch Bund, Land, Kreis, Stadt und Eigenmitteln, sowie kräftiger Eigenarbeit der Mitglieder, entstanden richtunggebende, schöne Räume, in denen sich alle, Mitglieder oder Gäste, wohl fühlen. Damit entstand erst¬malig ein Gemeinschaftsheim für die Brunsbüttelkooger Rot-Kreuz-Gemeinschaft. Unerwähnt darf dabei nicht bleiben, daß in den Jahren 1970 bis 1972 in der Schule-Süd, sowie im Gemeinschaftsraum der Feuerwehr Brunsbüttel-Ort, zwei weitere Altentagesstätten durch die Stadt errichtet wurden. Alle drei Altentagesstätten werden durch eigene Helferinnen betreut. Für rund 190 Gäste ist das Kaffeegeschirr gestellt worden, wie ebenfalls auch die Tischwäsche. Wie wertvoll ein solches Vereinszentrum sein kann, zeigt die Besucherzahl nur des Heimes in der Schulstrasse 38 im Jahre 1974 mit rund 4500 Besuchern.
Personen DRK-Brunsbüttel
Max Kann
Max Kann, von 1947 bis 1973 Bereitschaftsführer des DRK-Ortsvereins Brunsbüttelkoog-Brunsbüttel, verdient es, hier besonders erwähnt zu werden.
Der Schneidermeister hatte einen Laden in der Koogstraße 69. Sein Vater, Johann Kann, betrieb die Schneiderei dort bereits seit 1907. Seit 1929 ist Sohn Max Teilhaber und seit Anfang 1950er alleiniger Besitzer des Geschäftes.
Seit 1928 war Max Kann Mitglied im DRK- Ortsvereins Brunsbüttel und seit 1955 Mitglied im Vorstand. Von 1947 bis 1973 bekleidete er das Amt des Bereitschaftsführers und von 1964 bis 1969 sogar das Amt des Kreisbereitschaftsführers. In seiner „Schaffenszeit“ hat er über 140 Lehrgänge betreut.
Für seine selbstlosen Tätigkeiten erhielt er:
1961 das DRK-Ehrenzeichen,
<br/1968 die Goldene Ehrennadel für 40-jährige Mitgliedschaft und als Krönung
1973 die Leistungsspange des DRK in Gold.
Max Kann verstarb am 01.12.1975
Läden_im_Koog-Koogstraße_68-73#Johann_und_Max_Kann
Eine Familienchronik, von Max Kann 1974 geschrieben, wurde mit Erlaubnis seines Sohnes Peter in der Brunsbüttel-Wiki veröffentlicht.
Erinnerungen_des_Schneidermeisters_Max_Kann
Fotos und Akten – Max Kann
Zeitungsartikel Max Kann
Fotos DRK-Mitglieder
Zeitungsartikel
Ehrungen
Vorstände im Laufe der Zeit
Aktivitäten des Roten Kreuzes
Es ist eigentlich müßig, die Aktivitäten des DRK zu beschreiben. Wer hat die helfenden „Engel“ nicht schon bei irgendeiner der aufgeführten Maßnahmen schätzen gelernt.
Sanitätslehrgänge
Sofortmaßnahmen am Unfallort
Mutter und Kind-Betreuung
Dienstabende
Übungen
Krankentransporte
Einsätze bei Feuer, Einweihungen, Theatervorführungen usw
Hilfe bei Laternenumzügen
Sanitätswache bei Sport- und sonstigen Veranstaltungen
Altkleider- und Wollsachensammlung
Kleider- und Möbelkammer
Blutspendedienst
Betreuung Schiffsbrüchiger
Seniorenbetreuung Nordseite-Süderdöffte, Südseite – Jahnstraße, Brb.-Ort-Feuerwache Mühlenweg
Besuchen bei Geburtstagen, Goldene- u. Diamant-Hochzeiten
Paketaktionen für Rußland, Polen und DDR
Paketaktionen zu Weihnachten
Strandwachen
Hauspflege
Essen auf Rädern seit 1974
Suchdienst
Sammlung von Altpapier und Altkleidern
Betreuung und Nachbetreuung Tumorkranker (Frau Dr. Lorenz)
Einsätze
- 1967-Dienst beim Volksfest.jpg
Einsatz Volksfest 1967
Blutspenden
Seniorenbetreuung
Mutter und Kind
Wettkämpfe, Übungen, Lehrgänge
- 1964-Kreiswettbewerb-3.jpg
Kreiswettbewerb 1964
- 1982-Schwesternhelferinnen.jpg
Schwesternhelferinnen 1982
- 1979-Übung-2.jpg
Übung 1979
- 1983-Übung-1.jpg
Übung 1983
Wasserwacht
Das Deutsche Rote Kreuz Brunsbüttel hat 1977 eine „Wasserwacht“ gegründet. Die Leitung dieser Fachgruppe wurde Horst Landsmann und Jürgen Loos als Vertreter anvertraut. Horst Landsmann war von 1964 bis 1981 bei der Stadt Brunsbüttel als Bademeister tätig und brachte auf diese Weise die notwendige Qualifikation mit.
Badeanstalten_in_Brunsbüttel#ab_1954_-_Freibad_Mole_4
- 1979-Wasserwacht.jpg
Artikel von 1979
Geschäftsstellen des DRK
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Wohlfahrtshaus Gilbertstraße (Schleusenstraße) eine Schwesternstation errichtet. Sie bestand bis 1923.
Luftschutz-Rettungsstelle Tiedemannstraße
Fotos Tiedemannstraße 17
Der Grundstein für die Tiedemannstraße 17 wurde am 16. Juni 1896 vom damaligen Hofbesitzer Louis Tiedemann gelegt. 1911 übernahm die Gemeinde Brunsbüttelkoog das Gebäude und richtete eine Mittelschule für Knaben und Mädchen mit 5 Klassen ein.
Später wurde in der Tiedemannstraße 17 ein Jugendbundheim (Jugendherberge) eingerichtet, das 1937 wieder geschlossen wurde.
Als die Zeit der Jugendherberge vorbei war, hatte sich in den 1940ern die Luftschutz-Rettungsstelle des Roten Kreuzes in dem Gebäude "eingenistet".
Nach dem Krieg war Tiedemannstraße 17 ein Wohngebäude. Es ist seit 2015 im Besitz des Elbbäckers Henrik Heuer.
Fotos der DRK-Rettungsstelle
- (GiTi) 001 Rettungsstelle, Tiedemannstr. 17 .jpg
- (GiTi) 002 Rettungsstelle, Tiedemannstr. 17 .jpg
- (GiTi) 004 Rettungsstelle, Tiedemannstr. 17 .jpg
- (GiTi) 012 Rettungsstelle, Tiedemannstr. 17 .jpg
Akten - Rettungsstelle
Siehe auch Jugendherbergen_in_Brunsbüttelkoog und
Läden_im_Koog-Tiedemannstraße#Tiedemannstra.C3.9Fe_17
Schulstraße 38
Als durch Neu- und Umbauten der Volksschule Nord das Gebäude Schulstraße 38 frei wurde, meldete das Rote Kreuz Brunsbüttelkoog sofort Bedarf an. Es gelang dem Vorstand, zwei Klassenräume von der Stadt zu pachten (pachtfrei). Eines davon als Altentagesstätte. Volksschule_Brunsbüttel_Nord#Schulstra.C3.9Fe_4
Geschichte der Schulstraße 38 siehe Volksschule_Brunsbüttel_Nord#Schulstra.C3.9Fe_38
1970 bis 1972 Altentagesstätten in der Schule Süd und im Gemeinschaftsraum der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel-Ort.
Haus Süderdöffte
Das Altenheim in der Süderstraße 2 wurde 1849 bezogen und hatte seine besten Jahre wohl hinter sich. Schon seit geraumer Zeit plante man von Seiten der Stadt eine neue Seniorenwohnanlage, parallel zu einem Bürgerhaus (heute Elbeforum) . 1981 stellten die Verantwortlichen fest, daß beides zur gleichen Zeit finanziell nicht möglich ist. Es wurde beim Kieler Innenministerium beantragt, die für das Bürgerhaus bewilligten Mittel für ein Seniorenzentrum verwenden zu dürfen.
1983 war es schließlich so weit: das neue Seniorenheim wurde eingeweiht. Auf Vorschlag des damaligen Landrats und 1.Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Dithmarschen, Schücking, wurde das Altenheim „Haus Süderdöffte“ genannt. Haus Süderdöffte ist im Besitz des DRK und ist seit dieser Zeit deren aktuelle Geschäftsstelle, die seit 1990 von Uwe Witt geleitet wird.
1998 wurde in dem Gebäude auch ein kleines Café mit dem Namen „Altenveilchen“ eingeweiht.
Einzelheiten bitte den Zeitungsartikeln entnehmen.
Erklärung des Namens Süderdöffte
Als Döfften bezeichnete man den Zusammenschluß einzelner Bauernschaften oder Kirchspiele zu einem Verbund.
Der heutige Kreis war da¬mals in fünf Döfften unterteilt. Aus allen fünf sol¬lten je zwölf ehrbare Männer gewählt werden und ein Schiedsgericht bilden, welches für die gesamte Bauernrepublik zuständig sein sollte. Doch die an der Elbe gelegene, südlichste, Döffte war gegen diesen Vorschlag. Zum einen erschien den Be¬wohnern der Weg zum Ort „Auf der Heide" (heute die Kreisstadt „Heide") zu weit, zum anderen waren sie gegen ein Friedensabkommen mit Hamburg. Somit setzte sich das Gericht aus nur 48- statt wie ursprünglich geplant 60 - Herren zusammen. Dieses Gericht tagte das erste Mal 1434 „Auf der Heide".
Doch auch die südlichste Döffte blieb nicht untä¬tig: Die vier Kirchspiele Brunsbüttel, Burg, Eddelak und Marne schlossen sich zur Süderdöffte (auch Strandmannendöffte) zusam-men. Sie schufen ihren eigenen oberen Rat, jedes Kirchspiel stellte 6 Geschworene. Daraus ergab sich der 24er-Rat, im Gegensatz zum 48er-Rat, der sich in Heide traf. Mit eigenem Schiedsgericht wurde Süderdöffte 1447 unabhängig.
Der Findling bei Diekshörn weist auf die Geschichte hin.
DRK-Einrichtungen:
Haus Süderdöffte in Brunsbüttel
Haus Sonnenschein in Burg
Ernst-Heinrich-Dethlefs-Haus in Büsum
Fotos Süderdöffte
Siehe auch Läden_in_Brunsbüttel-Süderstraße#S.C3.BCderstra.C3.9Fe_2
Zeitungsartikel Süderdöffte
- 1981-Seniorenwohnanlage.jpg
Artikel 1981
Jugendrotkreuz
Anfang April 1905 gründete Hauptlehrer Lohoff in der Schule Nord, Schulstraße 1, mit 35 Schülern eine Knaben-Sanitätskolonne, die später in Jugendrotkreuz aufging.
In den beiden Rot-Kreuz-Vereinen in Brunsbüttelkoog bildete sich im Jahre 1905 eine Mädchen- und Knabengruppe, deren Stärke zwischen 40 und 50 Mitglieder schwankte. Bei den Mädchen war es die Näh- und Strickschule, geleitet von der Schwester Elsbeth Kuhlmann. Bei den Knaben war es gleich eine Knabensanitätskolonne, deren Gründer der Hauptlehrer der Schule-Nord, Johannes Lohoff war. Aus dieser Knabenko¬lonne bildete sich dann noch ein Trommler- und Pfeiferkorps.
Der Kriegsbeginn 1914 beendete die Arbeit dieser hoffnungsvollen Einheit. Die Mädchen dagegen haben noch in den Kriegsjahren, jetzt als Schulklasseneinheit, Strümpfe, Handschuhe, Kopfschützer usw. für die Soldaten gestrickt.
Danach wurde es still um beide Jugendgruppen. Es gab keine Aufgaben mehr für sie. In den zwanziger Jahren fanden sich ab und an einige männliche Jugendliche zu einer kleinen Gruppe zusammen.
Erst im Jahr 1973 entwickelte sich unter der Leitung von Ingrid Behrendt und Hans Cordes eine neue Jugendgruppe.
75 Jahre Rotes Kreuz Brunsbüttel
Der Ortsverein Brunsbüttel feierte am 25. April 1976 sein 75-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten begannen in der Jakobuskirche mit einem Festgottesdienst. Weiter ging es um 10.30 Uhr in der Aula der Boje-Realschule, wo nach einer musikalischen Begrüßung der Vorsitzende Hermann Voßkämper die Begrüßung der Gäste vornahm.
Die Festansprache hielt der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Dithmarschen, Staatssekretär a.D. Christoph Schücking. Die Zusammenkunft zu dem feierlichen Ereignis wurde auch zur Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder genutzt.
In der Zeit von 13 bis 17.00 Uhr konnte in der Realschule ein Sonderstempel in Anspruch genommen werden.
Fotos zum 75-jährigen Jubiläum
- Bild1976-DRK-75Jahre-2.jpg
Schücking, Alberts
Artikel und Schriftstücke zum 75-jährigen Jubiläum
Zeitungsartikel Rotes Kreuz
- 1979-Voßkämper.jpg
Voßkämper 1979
„Karierter Krimskrams“ des DRK
- Sammlung-2.1970er.jpg
Sammlung 1970er
Chronologie DRK-Brunsbüttel
1859 – Schlacht bei Solferino
1863.10.26 – Gründung des Internationalen Roten Kreuzes (Henry Dunant)
1864 – Unterzeichnung der Genfer Konvention durch 12 europäische Staaten
1868 - In Kiel wird ein "Provinzial-Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger= gegründet.
1870 – Gründung „Localverein vom Roten Kreuz zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“ in Brunsbüttel
1878 – Gründung des Brunsbütteler Frauenvereins
1890 – Neugründung eines Ortsvereins des Roten Kreuzes in Brunsbüttel
1895 – Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals
1898 – Änderung des Vereinsnamens in „Zweigverein vom Rothen Kreuz im Amtsbezirk Brunsbüttel“
1901 – Friedensnobelpreis an Henry Dunant
1901 – Gründung „Vaterländischer Frauenverein“ Brunsbüttelkoog
1902 – Gründung Zweigverein Rotes Kreuz, Männer (Brunsbüttelkoog)
1902? – Einrichtung einer Schwesternstation im Wohlfahrtshaus Gilbertstraße
(Schleusenstraße)
1903 – Bildung einer Sanitätskolonne (Männer)
1905 – Bildung einer Rotkreuz-Knabengruppe (Lehrer Lohoff, später Jugendrotkreuz)
1906 – Endgültige Revision der Genfer Konvention
1914 – Ausbruch des 1. Weltkrieges
1914 – Gründung Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Brunsbüttel-Ort
1918 – Ende des 1. Weltkrieges
1919 – Auflösung des DRK-Ortsvereins Brunsbüttel
1919-1921 – Ankunft der Internierten in Brunsbüttelkoog
1923 – Aufgabe der Schwesternstation Gilbertstraße (Schulstraße)
1927 – Erster Krankenkraftwagen
1933 – Materialraum im Keller der Boje_Mittelschule eingerichtet
1935 – Auflösung des Vaterländischen Frauenvereins, alle sozialen Aufgabengebiete wurden von der N.S.-Volksfürsorge übernommen, Ausbildung von Samariterinnen
1938 – Neuordnung des Roten Kreuzes durch NS-Regierung
1939 – Ausbruch des 2. Weltkrieges
1945 – Ende des 2. Weltkrieges
1945 - Zusammenlegung der Bereitschaft Brunsbüttels und Brunsbüttelkoogs
1946 – Übernahme des Krankentransportwesens durch die Feuerwehr
1947 – Freie Wahl eines neuen DRK-Vereinsvorstands
1947 – Zusammenschluß weiblicher und männlicher Bereitschaft
1950 - Neugründung des Deut¬schen Roten Kreuzes in Koblenz.
1967 – Nutzung von 2 Räumen der Schulstraße 38, einer als Altentagesstätte
1969 – Erhalt von Funkgeräten
1970-1972 – Errichtung Altentagesstätten Schule Süd und Feuerwehr Brb. Ort durch die Stadt
1972 - 70 Jahre Sanitätsbereitschaft
- Gründung Jugend-Rotkreuz
1973 – Grundsteinlegung Bayer-Werk
1975 - DRK-Altentagesstätte Schulstraße 38
1976 – 75-jähriges Jubiläum
1977 - Gründung der Fachdienstgruppe „Wasserwacht“
1983.05.08 - Weltrotkreuztag
1983.10.07 - Umzug der Geschäftsstelle in das neue Büro des Hauses Süderdöffte, vorher Eddelaker Str. 37
1983.10.30 – Einweihung Hochbrücke Brunsbüttel
1984 - Umzug mit der Gemeinschaft ins Vereinshaus Süderstr. 2
1986 - Umzug in die ehemalige Feuerwache Fritz-Reuter-Str. 1